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Das Wichtigste über Tauwasser und dessen Entstehung im Zusammenhang
mit dem Bauteil Fenster:

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1. Warum soll die Gebäudehülle dicht sein?

Grundvoraussetzung für Energieeinsparung sind dichte Gebäudehüllen. Nur so kann der Energieverlust durch Lüftung kontrolliert werden.

Die dadurch entstehende Gefahr ist Tauwasserbildung auf Bauteilen (und im Extremfall Schimmelbefall).

Bei oberflächlicher Betrachtung werden die dadurch entstehenden Auswirkungen dem Fensterhersteller angelastet, wenngleich die damit verbundenen Probleme durch den Fensterhersteller nicht gelöst werden können.

2. Wie entsteht Tauwasser auf Bauteilen?

Eigentlich ganz einfach: Tauwasser entsteht, wenn die Lufttemperatur soweit sinkt, daß die relative Luftfeuchte 100% erreicht. Das passiert, wenn warme, feuchte Luft auf kalte Teile trifft. Im Falle von 'beschlagenen Fenstern' ist das i.d.R. die Scheibe, bzw. der Scheibenrand.

3. Was ist relative Luftfeuchte und wie hängt sie mit Tauwasser zusammen?

Die Luft kann, je nach Temperatur unterschiedliche Mengen an Wasser in Form von Wasserdampf aufnehmen: Je niedriger die Lufttemperatur, desto weniger Wasser kann die Luft maximal aufnehmen und umgekehrt. Je nachdem, welche Menge Wasserdampf tatsächlich in der Luft ist, im Verhältnis zur Sättigungsmenge (Maximalmenge), bestimmt sich die relative Luftfeuchte: Sie ist also die tatsächliche Menge in % der Sättigungsmenge.

Ein Beispiel: Die Luft kann bei +20°C maximal 17,32 g/m³ aufnehmen. Angenommen, es sind 10,39 g/m³ Wasser in der Luft, dann entspricht das 60% relative Luftfeuchte (10,39 sind 60% von 17,32). Kühlt die Luft jetzt auf +15°C ab, bleibt zwar die absolute Menge von 10,39 g/m² erhalten, aber die relative Luftfeuchte steigt, weil die Luft bei +15°C nur noch 12,84 g/m³ Wasser aufnehmen kann, auf rund 81%.

Fällt die Temperatur noch weiter,z.B. auf +10°C, kann die Luft nur noch 9,41g/m² aufnehmen. Die Luft im Beispiel hat aber mit 10,39 g/m³ mehr Wasser. Dadurch steigt die relative Luftfeuchte auf 100% und es fällt 0,98 g/m³ Tauwasser aus.

Im allgemeinen nimmt man im Zusammenhang mit Bauteilen an, daß Tauwasser dann anfällt, wenn 10°C unterschritten werden. Wenn dies dauerhaft passiert, ist die Gefahr von Schimmelbildung sehr hoch. Daher muß an Orten im Baukörper, an denen die 10 °C unterschritten werden, dafür Sorge getragen werden, daß entweder kein Tauwasser entstehen oder entstandenes Tauwasser sicher abdiffundieren oder abgeleitet werden kann.

4. Warum kann durch Lüftung Tauwasser vermieden werden?

Nachdem die Luft draußen im Winter i.d.R. immer kühler ist als im Innenraum, trägt sie auch weniger Feuchte mit sich.Z.B. ist die Sättigungsmenge bei 0°C nur 4,85 g/m³ (was 100% relative Luftfeuchte bedeutet). Beim Lüften wird die Raumluft durch diese Außenluft ersetzt und anschließend aufgeheizt. Da die Luft bei +20° aber maximal 17,32 g/m³ aufnehmen kann, beträgt die relative Luftfeuchte nach dem Aufwärmen der Luft nur noch 28%. Dadurch entsteht wieder Spielraum.

5. Wie kann man Tauwasser vermeiden?

Zu unterscheiden sind 2 Arten von Maßnahmen:

  1. Bauliche Maßnahmen
    • Verwendung von Baumaterialien mit guter Wärmedämmung, damit die Oberflächentemperatur auf der Raumseite möglichst hoch bleibt.
    • Richtige Positionierung der Fenster in der Leibung:Z.B. ist die optimale Position bei einer einschaligen Wand die Mitte der Leibung.
  2. Maßnahmen der BewohnerRichtig Lüften, damit die Luftfeuchte nicht zu hoch wird. Am Besten ist im Winter Stoßlüftung, d.h. Heizung aus und Fenster ca. 5-10 Minuten öffnen (nicht kippen!).
    • Dafür sorgen, daß die Oberflächen der Außenbauteile durch die Raumluft gewärmt werden.Z.B. die Fensternischen nicht unnötig durch Vorhänge verschließen, weil die Raumluft dadurch gehindert wird, die Leibungen und das Fensterelement zu wärmen.

 

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